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Heinrich Schütz

Heinrich Schütz (1585 - 1672)

Heinrich Schütz - Gemälde von Christoph Spetner, Leipzig 1650/1660 - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)



Überblick

Heinrich Schütz (1585 - 1672)

Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)



Heinrich Schütz war einer der größten deutschen Komponisten des 17. Jahrhunderts. Seine Leistungen in der Kirchenmusik stehen ebenbürtig neben denen seines großen Nachfolgers Johann Sebastian Bach. Heinrich Schütz wurde 1585 in Köstritz in Thüringen geboren. Mit 13 Jahren kam er als Kapellknabe an das Collegium Maritianum in Kassel. Danach studierte er Jura in Marburg an. Nach einem Musikstudium in Venedig bei Giovanni Gabrieli (1609 - 1613) war Schütz zunächst als Hoforganist in Kassel tätig. Doch schon 1614 holte Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen den Musiker an die Hofkapelle nach Dresden, deren Kapellmeister er 1617 wurde. Dresden stand fortan im Mittelpunkt seines musikalischen Schaffens. In Wolfenbüttel wurde Schütz 1655, in Zeitz 1663 zum Hofkapellmeister ernannt. Dennoch schrieb er auch weiterhin für den Dresdner Hof.


Biografie

Bad Köstritz in Thüringen

"Haus zum Kranich", Geburtshaus des Komponisten Heinrich Schütz - heute Heinrich-Schütz-Museum - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Christine Türpitz - Lizenz s.u.


Heinrich Schütz wurde am 9. Oktober 1585 in Köstritz/Thüringen als Sohn wohlhabender Eltern geboren. Er war ein Komponist des Frühbarock und der erste deutsche Komponist von europäischem Renommee. Schütz war das drittälteste von neun Geschwistern. Er verbrachte seine Kindheit in Weißenfels, wo seine Familie seit 1590 wohnte. Mit 13 Jahren kam Schütz als Kapellknabe an das Collegium Maritianum nach Kassel, eine Einrichtung, die vom Landgrafen Moritz von Hessen ins Leben gerufen wurde. Dieser ermöglichte ihm im Jahre 1609 ein Musikstudium in Venedig bei Gabrieli, den Schütz zeit seines Lebens als seinen Lehrer verehrte. Etwa 1613/14 kehrte er nach Deutschland zurück und wirkte zunächst als Hoforganist in Kassel. Der Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen berief Schütz als Hofkapellmeister nach Dresden. Nur widerwillig folgte er dieser Berufung und immer wieder sollte es zu Spannungen mit seinem Brotherren kommen.


Zeit in Dresden

Dresden

Stadtplan von Dresden - kolorierter Kupferstich von Matthäus Seutter (1750) - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)


Im Jahre 1619 heiratete Schütz Magdalena Wildeck und damit begann für ihn eine äußerst schöpferische Zeit, aus der unter anderem die Psalmen Davids op. 2 stammen, sowie das Magnificat und die Cantiones saccrae op. 4. In Dresden war es seine Aufgabe, allen Arten von Ereignissen am Hofe einen musikalischen Rahmen zu geben. Neben geistlichen Werken entstanden so auch zahlreiche weltliche Werke, die allerdings aufgrund ihrer Stellung als "Gebrauchsmusik" und mangelnder Veröffentlichung fast alle verlorengingen. Anlässlich der Hochzeit der ältesten Tochter des Kurfürsten in Torgau komponierte er 1627 auf einen durch Martin Opitz aus dem Italienischen entlehnten Text von Ottavio Rinuccini die Tragicomoedia von der Dafne, die als erste deutsche Oper gilt. Die Musik ist nicht überliefert, da die Partitur bei einem Brand zerstört wurde. Der Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1618) und der frühe Tod seiner Frau (1625) und nicht zuletzt das mangelnde Interesse des Kurfürsten gingen an ihm nicht spurlos vorüber. So kam es, dass er zwischendurch verschiedene Stellungen an deutschen Höfen übernahm und sogar einige Zeit in Kopenhagen tätig war.


Musikalische Exequien

Dresden

Semperoper - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Michael Sommer - Lizenz s.u.


So war er froh, gleich zweimal ein Angebot des Königs Christian IV. von Dänemark und Norwegen anzunehmen, bei großen Hochzeitsfeiern die Musik zu leiten. 1633 bis 1635 und von 1642 bis 1644 war er in Kopenhagen als dänischer Oberkapellmeister tätig. Außerdem arbeitete Schütz auch als musikalischer Ratgeber der Fürstenhöfe in Hannover, Wolfenbüttel, Gera, Weimar und Zeitz. Anlässlich der Trauerfeier für seinen Landesfürsten Heinrich Posthumus Reuß komponierte er 1635/36 die Musikalischen Exequien. 1636 veröffentlichte er in Leipzig den ersten Teil seiner Kleinen geistlichen Konzerte, dem er 1639 einen zweiten Teil folgen ließ. Um 1645 folgte die Entstehung des Werkes "Die sieben Worte Jesu am Kreuz". Seine Publikationstätigkeit erreichte Ende der 1640er Jahre ihren Höhepunkt: 1647 erschien der zweite Teil der Symphoniae sacrae, 1648 die Geistliche Chormusik und 1650 der dritte und letzte Teil der Symphoniae sacrae.


Deutsches Magnificat

Dresden

Hofkirche und Residenzschloss - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Ingersoll - Lizenz s.u.


Seine seit 1645 immer wieder eingereichten Gesuche um die Versetzung in den Ruhestand wurden von Johann Georg I. allesamt abgelehnt; erst nach dessen Tod im Jahr 1656 gewährte sein Sohn Johann Georg II. von Sachsen Schütz einen weitgehenden Rückzug. Als „ältester“ Kapellmeister behielt Schütz seinen Titel allerdings bis an sein Lebensende. Nach Beendigung des Krieges befasste er sich intensiv mit dem Wiederaufbau des Musiklebens in Dresden, aber erst nach dem Tode des Kurfürsten konnte er sich uneingeschränkt entfalten. In Wolfenbüttel wurde Schütz 1655, in Zeitz 1663 zum Hofkapellmeister ernannt. In seinen Alterswerken erreichte seine Kunst höchste Meisterschaft, er vollendete seine gewaltigen Passionen und als Krönung seines Lebenswerkes darf wohl das achtstimmige Deutsche Magnificat (1671) bezeichnet werden.





Tod in Dresden

Dresden

Frauenkirche - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Hans Peter Schaefer - Lizenz s.u.


Den Lebensabend verbrachte Heinrich Schütz in seinem Haus in Weißenfels, dem Ort seiner Kindheit. Aus dieser Zeit stammen seine drei Passionen und sein Weihnachtsoratorium (1664). Sein letztes Werk ist der „Schwanengesang“, eine Sammlung von 12 Motetten mit anschließendem Magnificat. Er starb im hohen Alter von 87 Jahren in Dresden an einem Schlaganfall, er wurde in der Vorhalle der alten Dresdner Frauenkirche beigesetzt. 1727 wurde diese abgerissen, seine Gebeine gingen dabei verloren. Heinrich Schütz gilt als der bedeutendste deutsche Komponist des Frühbarocks. Obwohl zunächst zum Organisten ausgebildet, komponierte er nach frühen Madrigalen in italienischer Sprache vor allem Vokalmusik zu deutschen geistlichen Texten, und zwar für die Hofgottesdienste ebenso wie zur Unterhaltung bei der fürstlichen Tafel. Als seine Hauptaufgabe sah Schütz allerdings die Bereitstellung von Musik zu außergewöhnlichen Anlässen wie großen Hoffesten oder politischen Ereignissen.


Informationen:



Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz

Forschungs- und Gedenkstätte Heinrich-Schütz-Haus
Heinrich-Schütz-Straße 1
07586 Bad Köstritz

Telefon: 036605 36198
Fax: 036605 36199

E-mail: info@heinrich-schuetz-haus.de

Internet: www.thueringen.de/de/museen/badkoestritz/heinrichschuetz/content.html


Hörprobe:


Hörprobe:

"Lobe den Herren, meine Seele (Psalm 103)"

für zwei Chöre und Orgel - Heinrich Schütz

Kantorei der Friedenskirche Duisburg-Hamborn

Orgel: Günter Eumann
Solo Sopran: Katariina Järvinen

Leitung: Kantorin Tiina M. Henke


  • Heinrich Schütz
    Lobe den Herrn meine Seele


Quellenangabe:


Die Informationen zur Biografie von Heinrich Schütz basieren auf dem Artikel Heinrich Schütz (Stand 29.05.2009) und stammen mit den Fotos "Haus zum Kranich, Geburtshaus des Komponisten Heinrich Schütz - Autor: Christine Türpitz" - "Semperoper - Autor: Michael Sommer" - "Hofkirche und Residenzschloss - Autor: Ingersoll" - "Frauenkirche - Autor: Hans Peter Schaefer" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos sind lizenziert unter der Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 und unter der Creative Commons-Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported.




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