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Felix Mendelssohn Bartholdy

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

Ölporträt Felix Mendelssohn Bartholdys, gemalt 1846 von Eduard Magnus (1799 - 1872) - Bildquelle: Wikipedia - gemeinfrei



Überblick

Hamburg - Mendelssohns Geburtshaus

Felix Mendelssohn Bartholdy, Hamburg, Geburtshaus, Grosse Michaelisstrasse, 1900 - Quelle: Adolph Kohut - Wikipedia (gemeinfrei)



Felix Mendelssohn Bartholdy wurde am 3. Februar 1809 in Hamburg geboren. Mendelssohn war ein bedeutender deutscher Komponist, Pianist, und Dirigent der Romantik. Sein Vater war der jüdische Bankier Abraham Mendelssohn. Mendelssohns Großvater war der deutsche Philosoph Moses Mendelssohn. Den zweiten Nachnamen Bartholdy nahm die Familie nach ihrem Übertritt zum Protestantismus an. Das musikalische Talent Felix Mendelssohns Bartholdys und seiner gut drei Jahre älteren Schwester Fanny wurde früh entdeckt und gefördert. Wie Wolfgang Amadeus Mozart mit seiner Schwester Nannerl trat auch Mendelssohn gemeinsam mit seiner Schwester Fanny schon mit neun Jahren öffentlich als Pianist auf. Mit elf Jahren präsentierte er eigene Kompositionen. Er dirigierte als Zwanzigjähriger die über hundert Jahre in Vergessenheit geratene Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach.


Niederrheinisches Musikfest in Düsseldorf

Düsseldorf - Wasserschloss Kalkum


Im August 1835 ging Mendelssohn nach Leipzig und gab am 4. Oktober das erste Konzert im Gewandhaus mit seiner Ouvertüre Meeresstille und Glückliche Fahrt, die verglichen mit seinen anderen Ouvertüren heute weniger oft aufgeführt wird. Mendelssohns Gewandhauskonzerte wurden begeistert aufgenommen. Seine Anerkennung drückte sich auch in einer Ehrendoktorwürde in Philosophie aus, die ihm am 20. März 1836 verliehen wurde. Inzwischen kam er mit seinem ersten Oratorium (dem Paulus) voran und führte es am 22. Mai 1836 beim Niederrheinischen Musikfest in Düsseldorf erstmals auf. Am 3. Oktober wurde es in Liverpool von Sir George Smart erstmals in der englischen Fassung dirigiert und am 16. März 1837 wiederum von Mendelssohn in Leipzig.


Ausbildung

Hamburg - St. Michaeliskirche

Bildquelle: Wikipedia - Autor: Seungmin Whang - Lizenz s. u.


Wegen der französischen Besetzung Hamburgs zog die Familie 1811 nach Berlin, wo die verwitwete Großmutter lebte. Hier erhielten Felix und Fanny den ersten Musikunterricht von ihrer Mutter, die in einer unmittelbaren Bach-Tradition stand. Auch die Großtante der beiden Kinder, Sara Levy, Tochter des Berliner Hoffaktors Daniel Itzig (1723 - 1799), der 1791 als erster preußischer Jude von Friedrich Wilhelm II. das Naturalisationspatent erhielt, vermittelte diese Tradition als Schülerin Carl Philipp Emanuel Bachs und Gönnerin Wilhelm Friedemann Bachs. Die nächste Lehrerin von Felix und Fanny war Madame Bigot während eines vorübergehenden Aufenthalts in Paris 1816. Nach der Rückkehr nach Berlin erhielten sie Unterricht in Komposition bei Carl Friedrich Zelter, in Klavier bei Ludwig Berger und auf der Violine bei Carl Wilhelm Henning; ihre allgemeine Ausbildung erhielten sie von Karl Wilhelm Ludwig Heyse, dem Vater des Schriftstellers Paul Heyse.


Sing-Akademie zu Berlin

Berlin - Schauspielhaus am Gendarmenmarkt

...heute Konzerthaus Berlin


In der Öffentlichkeit trat Felix erstmals am 24. Oktober 1818 als Neunjähriger auf, wobei er den Klavierpart in einem Klaviertrio von Joseph Wölfl übernahm. Im April des nächsten Jahres trat er als Altsänger in die Sing-Akademie zu Berlin ein, wo er unter Zelters Leitung ältere Kirchenmusik studierte. Im Jahr darauf begann er, mit außergewöhnlicher Schnelligkeit zu komponieren. Allein in jenem Jahr schrieb er fast sechzig Werke, darunter Lieder, Klaviersonaten, ein Klaviertrio, eine Sonate für Violine und Klavier, Orgelstücke und sogar ein kleines dramatisches Stück in drei Szenen. 1821 schuf er, um nur einige Werke zu nennen, fünf dreisätzige Streichersinfonien, vierstimmige Motetten, die einaktigen Singspiele "Soldatenliebschaft" und "Die beiden Pädagogen" sowie Teile des Singspiels "Die wandernden Komödianten".


Goethe und Carl Maria von Weber

Weimar

Die Abbildung stammt von Matthäus Merian aus dem 17. Jahrhundert (1620-1655) - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


1821 besuchte Mendelssohn als Zwölfjähriger zusammen mit Zelter erstmals Goethe, mit dem er sechzehn Tage in Weimar verbrachte. Ebenfalls in das Jahr 1821 fällt seine erste Bekanntschaft mit Carl Maria von Weber, der in Berlin die Aufführung des Freischütz leitete. 1822 traf er in Kassel Ludwig Spohr. Während dieses Jahres war er noch produktiver und schrieb unter anderem die Oper "Die beiden Neffen oder der Onkel aus Boston" und ein Klavierkonzert, das er in einem Konzert Anna Milders vortrug. In der Familie Mendelssohn war es lange Brauch gewesen, am Sonntagmorgen im Speisezimmer mit einem kleinen Ensemble musikalische Aufführungen zu geben, ab etwa 1822 mit professionellen Musikern aus der königlichen Hofkapelle. Zwischen dem 3. und 31. März desselben Jahres komponierte er seine erste Sinfonie c-Moll (op. 11), bald darauf das Klavierquartett h-Moll (op. 3) und das (posthume) Klaviersextett (op. 110).


Hörprobe:


Mozart-Konzert der Kantorei der Friedenskirche Hamborn vom 9. November 2003:

Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem d-Moll
(KV 626)
Felix Mendelssohn-Bartholdy: 42. Psalm op. 42

Hörprobe: "Wie der Hirsch schreit"

Kantorei an der Friedenskirche Hamborn

Mitglieder der Duisburger Philharmoniker
Konzertmeisterin: Anke Vogelsänger

Leitung: Tiina M. Henke


  • Felix Mendelssohn-Bartholdy
    Psalm 42 op. 42 - Wie der Hirsch schreit


Berlin - Leipziger Straße 3

Berlin - Wohnhaus in Berlin

Mendelssohn, Wohnhaus in Berlin, Leipziger Straße - Adolph Kohut: Berühmte israelitische Männer und Frauen, Vol.1, Leipzig 1900 - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


1825 nahm Abraham Mendelssohn Felix mit nach Paris, wo dieser unter anderem zwei der berühmtesten dramatischen Komponisten der Zeit traf: Gioachino Rossini und Giacomo Meyerbeer. Bei der Gelegenheit kam er auch erstmals mit Luigi Cherubini zusammen, der eine hohe Meinung von seinem Talent ausdrückte und ihn für die Komposition eines Kyrie zu fünf Stimmen mit voller Orchesterbegleitung empfahl. Felix kehrte mit seinem Vater im Mai 1825 nach Berlin zurück und unterbrach seine Reise für einen zweiten Besuch bei Goethe, in dessen Haus er sein Quartett in h-Moll vorführte, das Goethe gewidmet war und für das er viel Beifall erhielt. Bald nach der Rückkehr aus Paris zog Abraham Mendelssohn in die Leipziger Straße 3 um (an dieser Stelle befindet sich jetzt der Deutsche Bundesrat), in ein geräumiges, altmodisches Haus mit einem hervorragenden Musikzimmer und einem Gartenhaus, in dem bei den sonntäglichen Konzerten mehrere hundert Personen zuhören konnten. Im Herbst des folgenden Jahres kam es hier zur ersten Aufführung der Sommernachtstraum-Ouvertüre. Die Partitur dieser berühmten Komposition ist mit „Berlin, 6. August 1826“ datiert; Mendelssohn war zu dem Zeitpunkt also siebzehneinhalb Jahre alt.


Aufführung der Matthäus-Passion

Berlin - Gendarmenmarkt

Zeichnung um 1840


Mendelssohn gründete einen Chor zum Studium der Chorwerke Johann Sebastian Bachs (der große Thomaskantor war damals der Öffentlichkeit nahezu unbekannt); bereits 1823 hatte er von seiner Großmutter Babette Salomon eine Abschrift der Matthäus-Passion nach dem Autograph Pölchaus geschenkt bekommen. Vor allem Carl Friedrich Zelter hatte Mendelssohn das bachsche Opus mit seinem Unterricht und der Probenarbeit in der Sing-Akademie zu Berlin nahe gebracht. Gemeinsam mit Eduard Devrient setzte Mendelssohn gegen Zelters anfänglichen Widerstand 1829 bei der Sing-Akademie eine öffentliche Aufführung der gekürzten und für diesen Anlass bearbeiteten Matthäus-Passion unter seiner Leitung durch, mit einem 158-köpfigen Sing-Akademie-Chor. Es war die erste Wiederaufführung der Passion seit Bachs Tod.


Reisen nach England

London

Panoramic view of London, 1751, by T. Bowles - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Im April 1829 reiste Mendelssohn erstmals nach London und wurde enthusiastisch aufgenommen. Seinen ersten Auftritt vor englischem Publikum hatte er bei einem der Konzerte der Philharmonic Society, bei dem er am 25. Mai seine Sinfonie c-Moll vom Klavier aus dirigierte. Nach dem Abschluss der Saison reiste Mendelssohn mit Klingemann durch Schottland, wo er zu seiner Hebriden-Ouvertüre und der Schottischen Sinfonie inspiriert wurde. Ende November kehrte er nach Berlin zurück. Am 23. April 1832 war er wieder in London, wo er bei den Philharmonic Concerts zweimal sein Konzert g-Moll gab, an der Orgel in St. Paul’s spielte und den ersten Band seiner Lieder ohne Worte veröffentlichte. Er kehrte im Juli nach Berlin zurück und führte im Winter seine Reformationssinfonie, sein Konzert g-Moll und seine Walpurgisnacht öffentlich auf.

Heirat mit Cécile Charlotte Sophie Jeanrenaud

Cécile Charlotte Sophie Mendelssohn Bartholdy

Ölgemälde von Eduard Magnus (1846) - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


In dieser Zeit bemühte er sich - als großer Verehrer von Joseph Haydn - um die Propagierung von Haydn-Werken, die er beispielsweise mit großem Erfolg am 22. Februar 1838 in Leipzig aufführte. Das nächste große Ereignis in Mendelssohns Leben war am 28. März 1837 seine Heirat mit Cécile Charlotte Sophie Jeanrenaud am 10. Oktober 1817, die er im Sommer zuvor in Frankfurt kennengelernt hatte. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor: Carl Wolfgang Paul (7. Februar 1838), Marie (2. Oktober 1839; † 28. Oktober 1897), Paul (18. Januar 1841), Felix (1. Mai 1843; † 16. Februar 1851) und Lili (19. September 1845; † 10. Oktober 1910). Die Flitterwochen waren kaum vorbei, als er wieder nach England gerufen wurde, wo er am 20. September den Paulus beim Birmingham Festival dirigierte. Während dieser Reise spielte er in St. Pauls und Christ Church die Orgel und übte damit einen nachhaltigen Einfluss auf die englischen Organisten aus. Hier fasste er erstmals den Plan für sein zweites Oratorium Elias ins Auge.


Leipzig - Gewandhaus

Gewandhaus in Leipzig mit den Noten zu "Ali Baba" von Luigi Cherubi, 1836 - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Felix Mendelssohn Bartholdy


Im Jahr 1843 gründete Mendelssohn in Leipzig das Conservatorium – die erste Musikhochschule Deutschlands – und eröffnete es am 3. April in den Gebäuden des Gewandhauses. Im selben Jahr wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig ernannt. 1844 leitete er sechs philharmonische Konzerte in London und führte seine Sommernachtstraummusik auf. Er kehrte im September nach Berlin zurück, konnte aber den König davon überzeugen, ihn von seinen lästigsten Verpflichtungen zu befreien. Nach einem kurzen Aufenthalt in Frankfurt kehrte Mendelssohn im September 1845 nach Leipzig zurück, nahm seine alte Stelle am Gewandhaus wieder auf und lehrte regelmäßig am Konservatorium. Er widmete sich vor allem seinem zweiten großen Oratorium, dem Elias, das am 26. August 1846 beim Birmingham Festival uraufgeführt wurde. Die Aufnahme des Werks war enthusiastisch, und nach seiner Rückkehr nach Leipzig arbeitete er wie üblich weiter, aber es war klar, dass seine Gesundheit ernsthaft beeinträchtigt war. 1847 reiste Mendelssohn ein zehntes und letztes Mal nach England, um Aufführungen des Elias in Exeter Hall, in Manchester und Birmingham zu leiten.





Tod in Leipzig

Berlin - Synagoge

Jüdische Synagoge in der Oranienburger Straße


Wie ein Schock wirkte nach der Rückkehr die Nachricht vom Tod seiner Schwester Fanny am 14. Mai. Er zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück und machte mehrere Monate Urlaub in der Schweiz und in Süddeutschland. In Leipzig erlitt er am 9. Oktober einen ersten Schlaganfall. Nach einem weiteren Schlaganfall am 25. Oktober und 3. November verlor er das Bewusstsein und verstarb am 4. November 1847 um 21:24 Uhr. Sein Wohn- und Sterbehaus in der Königsstraße (heute Goldschmidtstraße 12) in Leipzig ist als Mendelssohn-Haus heute ein Museum und wurde als Ort von nationaler Bedeutung in das Blaubuch der Bundesregierung aufgenommen.

Mendelssohn wurde auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof I in Berlin-Kreuzberg neben seiner Schwester Fanny und weiteren Familienangehörigen beigesetzt. Die Grabstätte, als Ehrengrab der Stadt Berlin, befindet sich im Feld 1. Seine Frau Cécile Charlotte Sophie starb am 25. September 1853.


Hörprobe:


Konzert der Kantorei der Friedenskirche Hamborn vom 21. März 2004:

Ernst Theodor Amadeus (E. T. A.) Hoffmann - Miserere b-Moll
Felix Mendelssohn Bartholdy - O Haupt voll Blut und Wunden
Paul Hindemith - Trauermusik für Viola und Streichorchester

Hörprobe Mendelssohn Bartholdy: Choral - Ich will hier bei dir stehen

Kantorei an der Friedenskirche Hamborn

Mitglieder der Duisburger Philharmoniker

Leitung: Tiina M. Henke



  • Felix Mendelssohn Bartholdy
    Choral: Ich will hier bei dir stehen



Quellenangabe:


Die Informationen zur Biografie von Felix Mendelssohn Bartholdy basieren im wesentlichen auf dem Artikel "Felix Mendelssohn Bartholdy" (Stand 9. August 2009) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Das Foto "Hamburg-St. Michaeliskirche - Autor: Seungmin Whang" stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und wird unter der "Creative Commons-Lizenz Attribution ShareAlike 2.5" veröffentlicht.





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